Grenzstreitigkeit um eine Heidefläche

gogerichtstag2018Am Sonnabend nach Johanni, den 30.7.2018 tagte wieder das Gogericht auf dem Desum, in Emstek. Bei herrlichstem Sommerwetter kamen viele Mitglieder und Besucher um dabei zu sein, wenn wieder, wie jedes Jahr, zwei Streitfälle behandelt werden.

Wildeshausen ist fester Bestandteil dieses Gerichtes und stellt jedes Jahr, durch den Heimatverein Düngstrup, mehrere Schöffen. Auch die Wildeshauser Schützengilde ist mit zwei Wachesoldaten vertreten.

Gogericht auf dem Desum im Lerigau

Seit alten Zeiten tagte dieses Gericht auf einer Anhöhe bei Emstek. Viermal im Jahr kamen die Richter (Gografen) mit 24 Geschworenen an diesem Ort zusammen, um Recht zu sprechen. Nach 1270 nahm auch Wildeshausen am Gogericht teil. Wildeshausen stellte einen Gografen und 3 Geschworene. Einkünfte des Gogerichts bestanden zumeist aus Naturalien. So musste Wildeshausen einmal im Jahr 15 Stiegen Heringe (das entspricht 300 Stück) liefern.

Der Gedenkstein an der Alexanderkirche

gogericht stein wildeshausenAm 9. Mai 2003 wurde an der Alexanderkirche in Wildeshausen ein Gedenkstein gesetzt. Der Stein soll eine Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart schaffen. Auf der Herrlichkeit, im Schatten der historischen Alexanderkirche enthüllten die Stadt Wildeshausen, die Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“, der Heimatverein Düngstrup e. V., die Wache der Schützengilde Wildeshausen und der Bürger und Geschichtsverein Wildeshausen einen Gedenkstein.

Gogerichtstag auf dem Desum 30. Juni 2018
Gogericht ernennt Claus Meyer zum Gograf 2018

Die Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum e.V.“ veranstaltet auch in diesem Jahr traditionell im Juni den Gogerichtstag auf dem Desum in Emstek. Unsere Veranstaltung findet statt am Samstag nach Johanni, am 30. Juni 2018 um 11:00 Uhr zu mittagsheller Zeit. Der diesjährige Gograf ist Herr Claus Meyer aus Rechterfeld. Unter seinem Vorsitz werden geschichtlich belegte und aktuelle Fälle verhandelt und von berufenen oder gewählten Gerichtspflichtigen beraten und entschieden.

Gograf Hans Günter Voß

Im Jahre 1997 wurde Hans Günter Voß zum Gografen ernannt. Somit wurde ihm die Ehre zuteil, nach 324 Jahren wieder der erste Gograf aus Wildeshausen zu sein. Am Gogerichtstag 2002 wurde der historische „Käsekrieg auf dem Margarethenmarkt in Emstek von 1652“ von Mitgliedern des Heimatvereins Düngstrup als Hauptdarsteller nachgespielt. Der Zwischenfall um eine betrügerische Markfrau, wurde von den Gografen aus Vechta und Wildeshausen friedlich beendet.

   
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