Heimatverein Düngstrup stellt mit Hergen Stolle den Gografen 2019

Am Samstag, den 29. Juni 2019 wurden in diesem Jahr im Namen des Gografen Hergen Stolle alle Gerichtspflichtige der „Interessengemeinschaft Altes Gogericht auf dem Desum“, zum Thingplatz auf dem Desum geladen. Wie seit altersher üblich fand die Veranstaltung um 11.00 Uhr zu mittagsheller Zeit statt.

Nach dem der Vorsitzende ,der „Interessengemeinschaft Altes Gogericht auf dem Desum“, Georg Meyer-Nutteln die Gäste begrüßt hatte stellte er den Gografen vor. In diesem Jahr hatte der Heimatverein Düngstrup die Patenschaft übernommen.
Gograf Hergen Stolle betonte in seiner Begrüßungsrede die besondere Verbindung zwischen der Interessengemeinschaft, dem Heimatverein Düngstrup, der Wildeshauser Schützengilde und der Stadt Wildeshausen.
Nachdem der Gograf die beiden Gerichtszeugen Benno Timmen und Clemens Holzenkamp, den Urteilsweiser Meik Fangmann und den Gerichtsschreiber Klaus Brokamp in den Umstand und an ihre Plätze gerufen hatte, wurden die restlichen 24 Mitglieder des Umstandes vom Gerichtsschreiber aufgerufen und vorgestellt. Vom Heimatverein Düngstrup waren in diesem Jahr Christa und Jakob Rauschenberger, Frank Huntemann und Rolf Ellerhorst als Schöffen berufen.

Vor dem ersten Fall überbrachte der Wildeshauser Bürgermeister und General der Gilde, Jens Kuraschinski in Gildeuniform und Begleitung seines Adjudanten Günter Vorberger Grüße der Stadt Wildeshausen.
Zu seiner Sicherheit hatte Kuraschinski zwei Wachesoldaten der Schützengilde mitgebracht, damit es ihm nicht so erginge wie einem seiner Amtsvorgänger im Jahre 1529.
Damals wurde der Bürgermeister Jakob Lickenberg nach einem Mordkomplott vom Gogericht zum Tode verurteilt, und auf dem Wildeshauser Marktplatz enthauptet.
Da heutzutage aber niemand mehr vom Gogericht zum Tode verurteilt wird, konnte Kuraschinski in aller Ruhe und Sicherheit den folgenden Verhandlungen beiwohnen.

Im ersten Fall las Dr. Johannes Wilking von der Universität Vechta die Anklage vor. Er warnte vor einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft. Vor allem warnte er vor das kritiklose verbreiten von Fake News, und dem anwachsen des Populismus. Er forderte mehr kritische und sachliche Auseinandersetzung mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen.
Nach eingehender Besprechung stellte der Umstand fest, dass dies kein Fall für eine Gerichtsverhandlung sei, forderten aber alle Anwesenden auf , individuelle Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander zu übernehmen.
Für sein großes soziales Engagement wurde Herbert Feldhaus aus Cloppenburg mit dem Desum Ehrenteller ausgezeichnet. Mit großer Leidenschaft begleitet er, mit Unternehmen aus der Region, Schülerinnen und Schüler die Schwierigkeiten haben sich in die Berufswelt einzugliedern.

Der historisch belegte Fall vom 2. Mai 1605 wurde von Detmar Dirks aufbereitet, und von der Speelkoppel vom Heimatverein Düngstrup, unter der Regie von Uwe Meyenburg, er spielte auch den Anwalt Hovel, humorvoll in Szene gesetzt.
Der Drost vom Amt Wildeshausen, Rebicken, hat bei drei Häuslingen insgesamt acht Bienenkörbe gestohlen. Im Verlauf der Verhandlung stellte sich heraus, das der Drost bereits vor drei Jahren wegen der gleichen Tat verurteilt wurde. Dieses mal ist der Drost trotz Vorladung gar nicht erst zum Gerichtstag erschienen.
Nach Beratung durch den Umstand verkündete der Urteilsweiser Meik Fangmann: „Huusvogt Rebicken, Drost van Wilshusen, ward een Schrieven tostürt. In dat Schrieven laat wi em weten, he hett de Immenkörf, vull mit Honnig, an de Hüüslinge Ordingk, Berninck un zu Lohe torüchtogeven. Em ward vermellt, dat he een Vörladung vör dat Gogericht nich an‘e Siet schuven dröfft. De Kosten, de up den Anwalt tokamen sünd, mutt de Drost övernehmen.“

Häusling Johan Ordingk wurde gespielt von Werner Hagelmann, Häusling Hinrich Berninck von Detlev Horst, Menke zu Lohe von Ralf Brüning, Eine Zuschauerin, Gesches Mutter von Silke Stolle, und Gesche ihre Tochter von Jennifer Weber. Als Souffleuse unterstützte Beate Meyenburg die Theaterspieler.

Rolf Ellerhorst